SaaS-Lexikon
Begriffe rund um Cloud-Software, Verträge, Sicherheit und Datenschutz.
Datenschutz
AVV ist die Abkürzung für Auftragsverarbeitungsvertrag, den du mit einem Dienstleister schließt, der in deinem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet.
Auftragsverarbeitung liegt vor, wenn ein Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag und nach Weisung eines Unternehmens verarbeitet, etwa ein SaaS-Anbieter für Kundendaten.
Die Datenschutz-Grundverordnung ist das EU-Gesetz, das regelt, wie Unternehmen personenbezogene Daten verarbeiten dürfen, und das auch für den Einsatz von SaaS gilt.
Das Data Privacy Framework ist die Regelung für Datenübermittlungen aus der EU an zertifizierte US-Unternehmen, für die die EU-Kommission 2023 ein angemessenes Schutzniveau festgestellt hat.
Ein Drittlandtransfer liegt vor, wenn personenbezogene Daten aus der EU in ein Land außerhalb von EU und EWR übermittelt oder dort zugänglich gemacht werden.
Der Serverstandort bezeichnet das Land und das Rechenzentrum, in dem ein Anbieter deine Daten speichert und verarbeitet, und beeinflusst die geltenden Datenschutzregeln.
Grundlagen
Eine Beta-Version ist eine Testfassung einer Software, die noch nicht vollständig fertig ist und mit Fehlern oder Änderungen rechnen lässt.
Eine E-Rechnung ist eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format, die automatisch verarbeitet werden kann. Ein einfaches PDF zählt in Deutschland nicht dazu.
GoBD sind steuerliche Grundsätze für die ordnungsgemäße Führung und Aufbewahrung digitaler Bücher, Aufzeichnungen und Unterlagen sowie für den Zugriff der Finanzverwaltung.
Onboarding ist die Einführungsphase einer neuen Software, in der Konto, Daten, Rollen und Abläufe eingerichtet werden und das Team lernt, sie zu nutzen.
Open Source bedeutet, dass der Quellcode einer Software offenliegt und unter einer Lizenz steht, die Einsicht, Nutzung und oft auch Änderung erlaubt.
Eine Roadmap ist die Übersicht, welche Funktionen und Verbesserungen ein Anbieter für sein Produkt plant. Sie ist in der Regel unverbindlich und kann sich ändern.
Software as a Service bezeichnet Programme, die ein Anbieter betreibt und die du über Browser oder App gegen laufende Gebühr nutzt, ohne sie selbst zu installieren.
Die Umsatzsteuer in Software beschreibt, wie Programme Steuersätze, Steuerausweis, steuerfreie Fälle und Besonderheiten bei Rechnungen und Buchungen berücksichtigen.
Sicherheit
Ein Backup ist eine Kopie von Daten, die getrennt vom Original gespeichert wird, damit du sie nach Verlust, Fehlern oder Angriffen wiederherstellen kannst.
Datensicherung umfasst alle Maßnahmen und Regeln, mit denen Daten regelmäßig gesichert werden, damit sie nach Verlust oder Fehlern wieder verfügbar sind.
ISO 27001 ist ein internationaler Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme, nach dem sich Organisationen von unabhängigen Stellen zertifizieren lassen können.
Rollen und Rechte regeln, welche Nutzer in einer Software was sehen, ändern oder löschen dürfen, meist gebündelt in Gruppen wie Administrator oder Mitarbeiter.
Single Sign-on erlaubt dir, dich einmal bei einem zentralen Dienst anzumelden und danach mehrere Anwendungen zu nutzen, ohne dich jeweils erneut mit Passwort anzumelden.
Verschlüsselung wandelt Daten mithilfe eines Schlüssels so um, dass Unbefugte sie nicht lesen können, etwa bei der Übertragung oder bei der Speicherung.
Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung weist du dich mit zwei unabhängigen Merkmalen aus, etwa Passwort plus Code aus einer App, und schützt dein Konto auch bei gestohlenem Passwort.
Technik
Eine API ist eine definierte Programmierschnittstelle, über die andere Programme Daten abrufen oder Funktionen auslösen können, ohne die Oberfläche der Software zu benutzen.
Cloud meint IT-Leistungen wie Rechenkraft, Speicher und Anwendungen, die über das Internet bei einem Anbieter abgerufen und bei Bedarf flexibel angepasst werden.
Eine DATEV-Schnittstelle überträgt Buchungsdaten oder Belege aus einer Software in das System oder Format von DATEV, damit Steuerberatung und Buchhaltung sie weiterverarbeiten können.
Datenexport bedeutet, deine Daten aus einer Software in einem verwertbaren Format, etwa CSV, Excel oder PDF, herauszuholen, um sie zu sichern, auszuwerten oder zu einem anderen Anbieter mitzunehmen.
Eine Integration verbindet zwei Programme so, dass sie Daten austauschen oder gemeinsame Abläufe unterstützen, zum Beispiel CRM und Buchhaltung oder Kalender und Terminbuchung.
KI-Funktionen sind Bausteine in Software, die mit Verfahren künstlicher Intelligenz etwa Texte vorschlagen, Inhalte zusammenfassen oder Daten automatisch einordnen.
Mandantenfähigkeit heißt, dass eine Software mehrere voneinander getrennte Kunden, Firmen oder Gesellschaften in einer Installation verwaltet, ohne dass ihre Daten sich vermischen.
Mehrbenutzerbetrieb heißt, dass mehrere Personen gleichzeitig mit demselben System arbeiten können, mit eigenen Zugängen, Rechten und nachvollziehbaren Änderungen.
Migration bezeichnet den Umzug von Daten und Abläufen aus einem bisherigen System in eine neue Software, etwa beim Wechsel des Anbieters.
Eine mobile App ist eine Anwendung für Smartphone oder Tablet, mit der du Funktionen eines Dienstes unterwegs nutzen kannst, teils mit eingeschränktem Umfang.
No-Code beschreibt Werkzeuge, mit denen du Anwendungen und Abläufe über Oberflächen und Bausteine erstellst, ohne selbst Programmcode zu schreiben.
Ein Offline-Modus erlaubt dir, eine Anwendung ohne Internetverbindung zu nutzen. Änderungen werden lokal gespeichert und später mit dem Dienst abgeglichen.
On-Premise heißt, dass ein Unternehmen Software auf eigenen oder selbst angemieteten Servern betreibt und Installation, Updates und Sicherung selbst verantwortet.
Ein Rechenzentrum ist der Standort, an dem Server stehen, die Software und Daten eines Cloud-Dienstes betreiben, speichern und über das Internet bereitstellen.
Eine Schnittstelle ist der Übergabepunkt zwischen zwei Systemen, an dem Daten in einem festgelegten Format ausgetauscht werden, etwa als Datei, über eine API oder per Webhook.
Uptime gibt an, wie viel Zeit ein Dienst im Betrieb verfügbar ist, meist als Prozentwert pro Monat oder Jahr, zum Beispiel 99,9 Prozent.
Ein Webhook ist eine automatische Benachrichtigung, die eine Software an eine andere Adresse im Internet schickt, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt.
XRechnung ist ein deutscher Standard für elektronische Rechnungen als strukturierter Datensatz im XML-Format, der vor allem für Rechnungen an die öffentliche Verwaltung genutzt wird.
Verträge
Ein Abo ist ein Vertrag, bei dem du für die Nutzung einer Software wiederkehrend zahlst, meist monatlich oder jährlich, und bei dem Laufzeit und Kündigung festgelegt sind.
Freemium ist ein Preismodell, bei dem eine Grundversion dauerhaft kostenlos bleibt und zusätzliche Funktionen, Nutzer oder Kapazitäten kostenpflichtig freigeschaltet werden.
Die Kündigungsfrist ist der Zeitraum, der zwischen deiner Kündigung und dem tatsächlichen Ende eines Vertrags oder einer Laufzeit liegen muss.
Das Lizenzmodell legt fest, wer eine Software wie lange und in welchem Umfang nutzen darf, zum Beispiel pro Nutzer, pro Gerät, nach Verbrauch oder pauschal.
Eine Nutzerlizenz berechtigt eine namentlich benannte Person zur Nutzung der Software, und der Preis richtet sich nach der Anzahl solcher Nutzer im Konto.
Das Preismodell legt fest, wie ein Anbieter seine Software berechnet, zum Beispiel pro Nutzer, nach Verbrauch, als Pauschale oder mit kostenlosem Einstiegstarif.
Ein SLA ist eine Vereinbarung über Dienstgüte zwischen Anbieter und Kunde und regelt etwa Verfügbarkeit, Reaktionszeiten und Entschädigung bei Nichteinhaltung.
Support ist die Unterstützung durch den Anbieter bei Fragen und Störungen, angeboten über Kanäle wie E-Mail, Chat oder Telefon und mit festgelegten Reaktionszeiten.
Die Testphase ist ein zeitlich begrenzter, meist kostenloser Zugang zu einer Software, mit dem du Funktionen und Eignung prüfst, bevor du dich vertraglich bindest.
Vendor Lock-in beschreibt die starke Abhängigkeit von einem Anbieter, bei der ein Wechsel wegen Daten, Abläufen oder Verträgen sehr aufwendig oder teuer wird.
White Label bedeutet, dass ein Produkt oder Dienst unter der Marke eines anderen Unternehmens angeboten wird, ohne dass der eigentliche Hersteller sichtbar ist.
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