Vendor Lock-in
Kurzdefinition
Vendor Lock-in beschreibt die starke Abhängigkeit von einem Anbieter, bei der ein Wechsel wegen Daten, Abläufen oder Verträgen sehr aufwendig oder teuer wird.
Erklärung
Vom Lock-in spricht man, wenn dich technische, vertragliche oder organisatorische Hürden an einen Anbieter binden. Technisch entsteht er durch proprietäre Datenformate, fehlende Exportfunktionen oder Funktionen, die nirgends sonst existieren. Vertraglich kommen lange Laufzeiten, hohe Wechselkosten oder Nachteile bei Rückgabe der Daten hinzu. Organisatorisch zählen Gewöhnung, Schulung und Abläufe, die auf ein System zugeschnitten sind. Gänzlich vermeiden lässt sich Lock-in kaum, aber du kannst ihn begrenzen: Achte auf offene Formate, einen vollständigen Datenexport, dokumentierte Schnittstellen, angemessene Kündigungsfristen und eine Beschreibung, wie die Daten nach Vertragsende zurückgegeben werden. Je zentraler ein System für dein Geschäft ist, desto wichtiger wird diese Prüfung. Ein Wechselplan, der alle paar Jahre überprüft wird, hilft, die Verhandlungsposition gegenüber dem Anbieter zu erhalten.
Beispiel
Ein Onlinehändler baut seine gesamte Auftragsabwicklung auf Spezialfunktionen eines einzigen Shop-Systems auf. Als die Preise steigen, merkt er, dass ein Wechsel Monate dauern würde, weil Bestellhistorie und Automatisierungen nicht exportierbar sind. Beim nächsten Projekt fordert er deshalb offene Formate und eine Exportfunktion ein.